Mittwoch, 28. März 2018

Hotel Rock'n'Roll (2016)

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 Soundtracks fristen, sieht man von spezialisierten Sammlungen einiger Film-und-Musik-Liebhaber ab, ein Schattendasein. Zumindest als Tonträger. Wenn nun aber dieser Tage „Hotel Rock’n’Roll“ anläuft, der Regie-Erstling von Michael Ostrowski, ist die Tonspur der Hauptdarsteller. Und eine Soundtrack-CD unabdingbar. Sie knallt dem Publikum des dritten Teils der Sex, Drugs & Rock’n’Roll-Trilogie („Nacktschnecken“, „Contact High“) gehörig etwas vor den Latz. Und selbst denen, die keine Kinos besuchen, wird das fröhliche Schaffen von Künstler und Bands wie The Base, Wolfgang Ambros, Skero, Koenig, Radio Trip oder Suricates - etwa via FM4 - in die Gehörgänge dringen.

Und dann wäre da noch die Hotelband. Am Mikrofon: Ostrowski himself. Gitarre: Gerald Votava, Bass: Pia Hirzegger. Am Schlagzeug: der unvergleichliche Georg Friedrich. Wenn diese Truppe „I Wanna Be Your Dog“ von Iggy Pop & The Stooges anstimmt - übrigens erstaunlich nah am Original orientiert -, ist die Rock’n’Roll Hall of Fame in Sichtweite. Oder zumindest die windschief angebaute Garage („Hall of Shame“). Mit „Futschikato“, quasi dem Leitmotiv des Films, will und wird man sich zudem in den Annalen des Austropop verewigen. Darauf deuten autochthon-lyrische Schlüsselbegriffe wie „Nudlwoiger“, „Muschigruber“ und „Zipflhuber“ hin. Dieser Song, zu hören in gleich vier charmanten Genre-Variationen (Rock, Punk, Reggae und Swing), soll Insidern zufolge auch als limitiertes Vinyl-Sammlerstück erscheinen. Die CD dagegen, mit über 20 Tracks prall ausgestattet und extrapointierten Filmdialogen aufgefettet, steigert den hedonistischen Mehrwert von „Hotel Rock’n’Roll“ per Repeat-Taste schier ins Unendliche.

Gewidmet ist der Film - und damit auch sein Soundtrack - dem Filmemacher Michael Glawogger, der im April 2014 an Malaria starb. Er hat mit „Nacktschnecken“ und „Contact High“ auch den Spirit für „Hotel Rock’n’Roll“ definiert - konzentriertes Geblödel rund um die Lebenskerne Freundschaft, Musik, Humor. Von überlebensgroßen Vorbildern wie Monty Python, Louie de Funès, Jerry Lewis, Helge Schneider, Peter Alexander und Helmut Qualtinger hat sich das Team um Michael Ostrowski nicht abhalten lassen, es „einfach laufen“ zu lassen. Unter uns: mit Gaststars wie Willi Resetarits, Hilde Dalik, Sven Regener oder Detlev Buck und einem Spezialrezept für Kebap-Aufstrich konnte da auch nicht viel schiefgehen.

„Ich wollte immer schon der Frage nachgehen, wann aus Sex, Drugs & Rock’n’Roll eigentlich Laktoseintoleranz, Veganismus & Helene Fischer geworden sind“, so Produzent Dany Krausz. Maestro Ostrowski hat die Antwort parat: „Futschikato Masalani forever!“ (Weitergehende Erläuterungen im Beipacktext zur CD - anbei - und demnächst in Ihrem Lichtspieltheater)

Walter Gröbchen
 https://www.discogs.com/de/Hotel-RocknRoll-VA-Original-Soundtrack-Music/release/9589446

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