Donnerstag, 5. April 2018

Wien Musik 2017

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„Wir Wiener blicken vertrauensvoll in unsere Vergangenheit.“ (Karl Farkas)
Jetzt können wir doch schon auf einige Ausgaben dieses tönenden Almanachs der Wiener Musikszene (oder, präziser: dieser alljährlichen Dokumentation eines bisweilen intensiven, bisweilen beiläufigen Beobachtungsprozesses) zurückblicken. Wir, das ist ein wechselndes Team von Auskennern, Zuträgern, Hörer/innen und Fans in einem Betrieb, den man einst „Label“ oder gar „Plattenfirma“ nannte. Und wir haben die Pflicht – den geschärften Blick auf die lokale Szene, also im Branchenjargon einen A&R-Task – zur Kür erklärt. Unter Einbeziehung des p.t. Publikums.
Wer immer also diese CD wann und wo auch immer in Händen hält, nennt die Essenz eines wochenlangen Selektionsprozesses sein/ihr Eigen. Das Beste des Jahrgangs 2017. Natürlich strikt subjektiv. Und konsequent verzahnt mit der Prämisse, dass man dem Entstehungsort zumindest ansatzweise – in Textfetzen, Stimmungen oder musikalischen Spurenelementen – nachspüren kann.
2017 tönt anders. Irgendwie. Auch wenn die Sendboten der Wiener Musiklandschaft, mittlerweile recht routiniert, ihre Fühler in die weite Welt ausstrecken (und dann sprachlich und/oder ästhetisch in der Stadt zumeist nicht mehr wirklich zu verorten sind), ist im Kontrast eine Rückbesinnung auf den Dialekt, das Lokalkolorit und die Vergangenheit auszumachen. Es ist wohl auch kein Zufall, dass mit „Ganz Wien. Eine Pop-Tour“ (im Wienmuseum zu sehen bis März 2018) zeitgleich die erste große Ausstellung zur Geschichte der lokalen Szene und ihrer Wirkungsstätten stattfindet. Wurzelforschung mit Unterhaltungscharakter? Ja, auch.
Die These jedenfalls, die sich wie ein roter Faden durch diese Revue zieht, ist die konstitutive Stellung des Literarischen, die das Wesen des Wiener Pop charakterisiert. Freilich ist das Gegenteil – auch das in dieser Stadt ein prinzipielles Wesenselement – genauso wahr. Der erste wirkliche Welterfolg nach 1945 war das „Harry Lime-Thema“ von Anton Karas (aus dem Soundtrack zu Orson Welles’ „Der dritte Mann“) – ein Instrumental. So what? Soweit so nah: zwischen Voodoo Jürgens und Left Boy liegt oft nur ein winziger Zufall in grauer Vorzeit.
WIEN MUSIK 2017. Viel Vergnügen, wir hören uns bald wieder.
Quelle:  http://www.monkeymusic.at/store/various-artists-wien-musik-2017

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