Montag, 9. Juli 2018

Fuzzman - Fuzzman feat. The Singin` Rebels (2016)

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 Seine Band Naked Lunch orientiert sich nach dem Ausstieg des Keyboarders gerade neu, solo präsentiert sich Herwig Zamernik als Fuzzman derweil
in großer Form. Er kredenzt deutschsprachiges Liedgut zwischen fröhlicher Resig­nation und freundlichem Dagegensein, kann Schnulze, Schlager und Schwiegermamas Liebling ebenso wie beseelte Bläser, Discogroove, Countryschlenker und Folklore-Techno. Dabei stiftet er Irritation und verbreitet im selben Moment gute Laune.

Zwei Dinge sind passiert im Vorfeld dieses Albums. Fuzzman ist von Kärnten nach Wien gezogen (hat auch sein Recording-Studio in der Hauptstadt neu aufgebaut); und mindestens genauso wichtig: Fuzzman hat den Soul entdeckt. Zumindest hat er im Vorfeld zu Fuzzman feat. The Singin` Rebels viel Marvin Gaye gehört, und nun in seiner unbekümmert-schlitzohrigen Manier eine Fuzzman-Platte daraus gestrickt, die wie Fuzzman klingt, nur eben die eine Spur wehmütiger, souliger, vibrierender und vielleicht am wichtigsten von allem: ehrlicher. Vielleicht waren diese Hilfsgriffe (Studio in Wien im DIY-Style neu aufbauen und viel Marvin Gaye hören) nötig, um nach einigen Solo-Platten, auf dieser nun finalmente zu sich selbst zu finden.
Die alten Versatzstücke (gecroonter Schlager, leicht ins Ohr gehende Country und Folk-Weisen sowie die ein oder andere Soundspielerei) sind alle nach wie vor da, nur werden sie hier nicht mehr als ironisch gebrochene Maske vor sich her getragen. In dieser Weise ist Fuzzman feat. The Singin` Rebels tatsächlich die Soul-Platte des Naked Lunch-Maestros geworden. War das Soloprojekt bislang oft eher das augenzwinkernde Ausleben von Easy Listening-Popfantasien des beim omnipräsenten, legendären Naked Lunch-Bandprojekt mit existenzialistischem Pathos jonglierenden Song-Magiers, so ist nun auch Fuzzman als Fuzzman eine nicht minder wahrhaftige Platte geklungen.
Aber keine Sorge; diese Platte ist alles andere als bierernst oder furztrocken geworden; Tracks wie „Anarchü“, „Die Sonne und das Glück“ oder auch „Für eine Handvoll Gras“ sind astreiner Gute Laune-Pop geworden; denn der Fuzzman ist ein Schalk wie er im Buche steht, ein optimistischer Spielmann, der gemeinsam mit seinen rebellischen Gefährten - übers Land - von einem Abenteuer zum nächsten reitet, immer neugierig und auf der Suche nach dem Glück, nach der Sonne und vor allen anderen Dingen: nach der Liebe.
All You Need Is Love!
siehe auch hier

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